Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung pro Quadratmeter?

Veröffentlicht 16. September 2026 · zuletzt geprüft 1. Oktober 2026

Die Faustregel ist kurz: Fläche mal Watt je Quadratmeter, angepasst an die Raumhöhe. Der Haken steckt woanders – nämlich in der Zahl, die vorne auf dem Karton steht. Diese Seite rechnet beides nebeneinander.

Für die Leistung einer Infrarotheizung gibt es keine Geheimformel. Sie hängt an drei Dingen: an der Grundfläche, am Dämmzustand des Gebäudes und an der Raumhöhe. Was sie nicht ist: die Quadratmeterzahl, die der Hersteller auf die Verpackung schreibt. Bei den 11 Geräten unseres Vergleichs, die eine Flächenangabe machen, liegt diese Angabe rechnerisch bei 32 bis 54 Watt je Quadratmeter – ein normal gedämmter Raum braucht 80.

Die Rechnung

Unser Rechner arbeitet mit dieser Formel, und sie ist bewusst schlicht:

Leistung = Fläche × Watt je m² × (Raumhöhe ÷ 2,5 m)
Die 2,5 m sind die Bezugshöhe. Ein höherer Raum hat mehr Luftvolumen und mehr Außenwandfläche, also steigt der Bedarf proportional mit.

Der einzige Wert, über den man nachdenken muss, ist der mittlere. Er bildet den Dämmzustand ab. Als Faustregel nennt co2online je nach Dämmzustand etwa 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter; der ADAC nennt für Neubauten 40 bis 70, für sanierte Altbauten 60 bis 100. Unsere drei Stufen 60/80/100 – dieselben wie im Rechner – sind eine eigene Vereinfachung; im unsanierten Altbau kann der Bedarf höher liegen:

  • 60 W/m² – Neubau oder sehr gut gedämmt. Gebäude nach aktuellem Standard, dreifach verglaste Fenster, gedämmte Außenwand.
  • 80 W/m² – normal gedämmt. Der übliche Fall: saniertes Haus oder Wohnung mittleren Baujahrs. Das ist der Vorgabewert im Rechner.
  • 100 W/m² – Altbau oder schlecht gedämmt. Ungedämmte Außenwand, alte Fenster, Raum über einer kalten Durchfahrt.

Im Zweifel die höhere Stufe nehmen. Eine Heizung, die zu stark ist, taktet einfach öfter ab und verbraucht deshalb kaum mehr. Eine, die zu schwach ist, läuft dauerhaft durch und wird den Raum trotzdem nicht warm bekommen.

Watt nach Raumgröße

Alle Werte bei 2,5 m Raumhöhe:

Raumgröße60 W/m²80 W/m²100 W/m²
10 m²600 W800 W1.000 W
12 m²720 W960 W1.200 W
15 m²900 W1.200 W1.500 W
20 m²1.200 W1.600 W2.000 W
25 m²1.500 W2.000 W2.500 W
30 m²1.800 W2.400 W3.000 W
35 m²2.100 W2.800 W3.500 W

Neubau / normal gedämmt / Altbau, jeweils bei 2,5 m Raumhöhe.

Bei anderer Deckenhöhe multiplizierst du die Zahl mit der Höhe geteilt durch 2,5: 2,2 m ergibt Faktor 0,88, bei 2,8 m sind es 1,12, bei 3,0 m schon 1,20 und bei 3,5 m Altbauhöhe 1,40. Ein 20-m²-Zimmer mit 3,5 m Decke und normaler Dämmung braucht also nicht 1.600, sondern 2.240 Watt.

Warum die Angabe auf der Verpackung zu hoch ist

Jetzt der unangenehme Teil. Wir haben für alle Geräte unseres Vergleichs mit Flächenangabe ausgerechnet, welche Wattzahl je Quadratmeter dahintersteckt – und wie groß der Raum nach der Formel oben tatsächlich sein darf:

GerätLeistungHerstellerangabe= W/m²reicht bei 60 W/m²reicht bei 80 W/m²
Heidenfeld HF-HP100-3 300 W300 W8 m²37,55,0 m²3,8 m²
Sundirect PE380 Plus380 W7 m²54,36,3 m²4,8 m²
STEINFELD Bildheizung 600 W600 W12 m²50,010,0 m²7,5 m²
Heidenfeld HF-HP500 640 W640 W17 m²37,610,7 m²8,0 m²
Marwona Marmor 800 W800 W25 m²32,013,3 m²10,0 m²
VASNER Konvi 900 W900 W20 m²45,015,0 m²11,3 m²
Koenighaus P-Serie 1000 W1.000 W26 m²38,516,7 m²12,5 m²
Koenighaus Standgerät 1000 W1.000 W26 m²38,516,7 m²12,5 m²
Heidenfeld HF-HP100-3 1000 W1.000 W25 m²40,016,7 m²12,5 m²
Koenighaus P-Serie 1200 W1.200 W29 m²41,420,0 m²15,0 m²
Klarstein HeatPal Marble 1300 W1.300 W25 m²52,021,7 m²16,3 m²

11 von 15 Geräten machen eine Flächenangabe; die übrigen lassen wir bewusst leer statt zu schätzen.

Kein Gerät erreicht die 80 Watt je Quadratmeter eines normal gedämmten Raums. Selbst gegen die 60 Watt eines Neubaus fällt jede Angabe zurück. Das heißt nicht, dass die Hersteller falsch liegen – sie rechnen erkennbar mit einem gut gedämmten Raum und oft mit Zusatzheizung statt alleiniger Beheizung. Nur steht das selten dabei.

Praktische Regel: Die Flächenangabe des Herstellers etwa halbieren, wenn das Gerät den Raum allein warm halten soll. Steht daneben schon eine Zentralheizung, passt die Angabe eher.

Ein großes Gerät oder zwei kleine?

Ab etwa 15 m² wird die Frage praktisch. Zwei Paneele verteilen die Strahlung gleichmäßiger über den Raum, und Infrarot wirkt nun einmal dort, wo es hinstrahlt: Was hinter einem Schrank oder einer Zimmerecke liegt, wird nicht erwärmt. Zwei Geräte mit zusammen derselben Wattzahl kosten im Betrieb genauso viel wie eines – die Leistung ist dieselbe.

Dagegen spricht der Preis: zwei Geräte, zwei Montagen, zwei Thermostate oder ein Thermostat mit zwei Kanälen. Für einen schmalen Raum reicht ein Paneel; für ein quadratisches Wohnzimmer mit mehreren Sitzbereichen sind zwei die bessere Wahl.

Worauf die Wattzahl keine Antwort gibt

  • Aufheizzeit. Ein Paneel mit Speichermasse – Naturstein oder Marmor – braucht länger bis zur vollen Wirkung, hält die Wärme dafür nach dem Abschalten. Ein leichtes Blechpaneel ist schneller da und schneller wieder kalt.
  • Wo die Wärme ankommt. Eine Deckenmontage bestrahlt die ganze Fläche, eine Wandmontage vor allem das, was ihr gegenübersteht.
  • Feuchte Räume. Im Bad zählt die Schutzart, nicht die Wattzahl. Was dort gilt, steht unter Infrarotheizung im Bad.

In Kürze

  • Leistung = Fläche × 60/80/100 W je nach Dämmung, multipliziert mit Raumhöhe ÷ 2,5.
  • 80 W/m² ist der übliche Fall; im Zweifel aufrunden, denn zu stark kostet fast nichts, zu schwach wird nie warm.
  • Die Flächenangaben der Hersteller entsprechen 32 bis 54 W/m² – für alleiniges Heizen etwa zu halbieren.
  • Ab 15 m² verteilen zwei Paneele die Strahlung besser, bei gleicher Gesamtleistung und gleichen Stromkosten.

Häufige Fragen

Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung pro Quadratmeter?

Als Faustregel nennt co2online je nach Dämmzustand etwa 60 bis 100 Watt je Quadratmeter. Wir rechnen mit drei eigenen Stufen: rund 80 Watt bei normaler Dämmung, etwa 60 Watt im Neubau oder sehr gut gedämmt, rund 100 Watt im Altbau mit schlechter Dämmung – im unsanierten Altbau kann es mehr sein. Dazu kommt die Raumhöhe: Die Bezugshöhe ist 2,5 Meter, bei 3 Metern rechnest du den Wert mal 1,2.

Wie viel Watt für 20 qm?

Bei 2,5 Metern Raumhöhe: 1.200 Watt im gut gedämmten Neubau, 1.600 Watt bei normaler Dämmung, 2.000 Watt im schlecht gedämmten Altbau. Bei 3 Metern Deckenhöhe wird daraus 1.440, 1.920 beziehungsweise 2.400 Watt.

Wie viel Watt für 30 qm?

Bei 2,5 Metern Raumhöhe 1.800 Watt im Neubau, 2.400 Watt bei normaler Dämmung und 3.000 Watt im Altbau. Bei dieser Größe lohnt es sich, die Leistung auf zwei Paneele zu verteilen – die Strahlung erreicht den Raum dann gleichmäßiger, bei identischen Stromkosten.

Stimmen die Quadratmeter-Angaben der Hersteller?

Sie sind durchweg optimistisch. Bei den Geräten unseres Vergleichs mit Flächenangabe entspricht sie rechnerisch 32 bis 54 Watt je Quadratmeter, während ein normal gedämmter Raum 80 Watt braucht. Die Hersteller rechnen erkennbar mit sehr guter Dämmung und häufig mit Zusatzheizung statt alleiniger Beheizung. Als Faustregel: Angabe halbieren, wenn das Gerät allein heizen soll.

Ist eine zu starke Infrarotheizung teurer im Betrieb?

Kaum. Ein Thermostat schaltet die Heizung ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist – ein stärkeres Gerät ist schneller dort und taktet dann häufiger ab. Der Energiebedarf richtet sich nach dem Wärmeverlust des Raums, nicht nach der installierten Leistung. Umgekehrt ist ein zu schwaches Gerät ein echtes Problem: Es läuft durch und wird trotzdem nicht warm.

Besser ein großes Paneel oder zwei kleine?

Bis etwa 15 Quadratmeter reicht ein Paneel. Darüber verteilen zwei Geräte die Strahlung gleichmäßiger, weil Infrarot nur dort wirkt, wo es hinstrahlt – hinter Schränken und in Ecken kommt nichts an. Die Betriebskosten sind bei gleicher Gesamtleistung identisch; teurer werden nur Anschaffung und Montage.