Thermostat für die Infrarotheizung: Steckdose, Funk oder App?
Veröffentlicht 17. September 2026 · zuletzt geprüft 1. Oktober 2026
Ein Infrarotpaneel kennt zwei Zustände: Strom an und Strom aus. Die Temperatur im Raum misst es nicht. Das erledigt das Thermostat – und je nachdem, wo es misst, kommt dabei etwas anderes heraus.
Der wichtigste Zukauf zu einer Infrarotheizung ist die Regelung. Ohne sie heizt ein Paneel, solange Strom anliegt – es merkt nicht, dass der Raum längst warm ist, und es schaltet auch nicht ab, wenn niemand mehr da ist. Von den 15 Geräten in unserem Vergleich bringen 11 eine Regelung mit, 3 kommen ausdrücklich ohne, und bei 1 macht der Hersteller keine Angabe.
Welches Gerät welche Regelung mitbringt
| Gerät | Leistung | Regelung im Lieferumfang | Messort |
|---|---|---|---|
| Heidenfeld HF-HP500 640 W | 640 W | Funkthermostat | frei wählbar (Funkfühler) |
| Marwona Marmor 800 W | 800 W | Funkthermostat | frei wählbar (Funkfühler) |
| BR Bringer 1200 W | 1.200 W | Funkthermostat | frei wählbar (Funkfühler) |
| KESSER 540 W | 540 W | App/WLAN | frei wählbar (App) |
| Heidenfeld HF-HP100-3 300 W | 300 W | Steckdosenthermostat | an der Steckdose |
| VIESTA H700 700 W | 700 W | Steckdosenthermostat | an der Steckdose |
| Koenighaus P-Serie 1000 W | 1.000 W | Steckdosenthermostat | an der Steckdose |
| Koenighaus Standgerät 1000 W | 1.000 W | Steckdosenthermostat | an der Steckdose |
| Heidenfeld HF-HP100-3 1000 W | 1.000 W | Steckdosenthermostat | an der Steckdose |
| VASNER Konvi 900 W | 900 W | eingebaut | am Gerät |
| Klarstein HeatPal Marble 1300 W | 1.300 W | eingebaut | am Gerät |
| Sundirect PE380 Plus | 380 W | keine | — |
| TROTEC TIH 1100 S | 1.100 W | keine | — |
| Koenighaus P-Serie 1200 W | 1.200 W | keine | — |
| STEINFELD Bildheizung 600 W | 600 W | — | — |
Angaben der Hersteller. Ein Strich heißt, dass der Hersteller nichts nennt — dann ist das Thermostat Zubehör.
Die Verteilung in Zahlen: 5 Geräte legen ein Steckdosenthermostat bei, 3 ein Funkthermostat, 2 haben eines eingebaut, 1 lässt sich per App steuern. Wo ein Strich steht, nennt der Hersteller nichts – dann planst du das Thermostat als Zubehör ein.
Der Messort entscheidet, nicht der Preis
Alle vier Bauarten machen dasselbe: Sie schalten den Strom ab, wenn die eingestellte Temperatur erreicht ist. Der Unterschied liegt darin, wo gemessen wird – und das entscheidet, ob die Zahl auf dem Display etwas mit der Temperatur zu tun hat, die du spürst.
- Steckdosenthermostat. Es steckt zwischen Steckdose und Gerätestecker und misst die Luft genau dort. Das ist der Messort, den man sich nicht aussuchen kann: meist knapp über dem Boden, oft hinter einem Möbelstück und im ungünstigsten Fall direkt unter dem Paneel, in dessen aufsteigender warmer Luft. Dafür ist es der günstigste und einfachste Weg – einstecken, fertig, kein Werkzeug.
- Funkthermostat. Hier sind Fühler und Schalter getrennt: Der Empfänger sitzt an der Heizung, den Fühler stellst du dorthin, wo du dich tatsächlich aufhältst. Das löst genau das Problem des Steckdosenthermostats. Bezahlt wird es mit einem Bauteil mehr, das eine eigene Stromversorgung braucht – und damit, dass der Fühler auch wirklich an einem sinnvollen Ort stehen muss.
- Eingebaut. Bequem, weil nichts dazukommt, aber der Fühler sitzt im Gerät und damit an der wärmsten Stelle des Raums. Bei einem reinen Strahlungspaneel ist das der schwächste Messort. Beim VASNER Konvi, dem einzigen Hybridgerät im Vergleich, das zusätzlich mit Konvektion arbeitet, ist es weniger problematisch – es heizt ohnehin über die Luft.
- App und WLAN. Dasselbe Prinzip plus Zeitprogramm und Fernzugriff: Die Heizung lässt sich einschalten, bevor man zu Hause ist. Günstiger wird die Kilowattstunde dadurch nicht – der Gewinn liegt im Zeitprogramm, nicht in der Technik.
Faustregel zum Messort: Der Fühler gehört auf etwa Sitzhöhe an eine Innenwand – nicht in die Sonne, nicht neben die Tür, nicht über die Heizung. Jeder dieser drei Orte meldet eine Temperatur, die es im Rest des Raums nicht gibt.
Was die Regelung ausmacht – eine Modellrechnung
Eine Infrarotheizung mit Thermostat läuft nicht durchgehend, sondern taktet: Sie schaltet ab, sobald es warm genug ist, und wieder ein, wenn der Raum auskühlt. Unser Rechner setzt dafür 60 Prozent an. Diese Taktung ist kein Naturgesetz – sie ist genau das, was ein Thermostat erzeugt. Ohne Regelung gibt es sie nicht.
| Leistung | ohne Regelung | mit Regelung | Differenz |
|---|---|---|---|
| 300 W | 101,23 € | 60,74 € | 40,49 € |
| 380 W | 128,23 € | 76,94 € | 51,29 € |
| 540 W | 182,22 € | 109,33 € | 72,89 € |
| 600 W | 202,46 € | 121,48 € | 80,98 € |
| 640 W | 215,96 € | 129,58 € | 86,38 € |
| 700 W | 236,21 € | 141,72 € | 94,49 € |
| 800 W | 269,95 € | 161,97 € | 107,98 € |
| 900 W | 303,70 € | 182,22 € | 121,48 € |
| 1.000 W | 337,44 € | 202,46 € | 134,98 € |
| 1.100 W | 371,18 € | 222,71 € | 148,47 € |
| 1.200 W | 404,93 € | 242,96 € | 161,97 € |
| 1.300 W | 438,67 € | 263,20 € | 175,47 € |
Modellrechnung mit unserer Annahme von 60 % Taktung, keine gemessene Ersparnis: 5 Stunden am Tag, 37 ct/kWh (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026), Monat zu 30,4 Tagen, Heizperiode 6 Monate. „Mit Regelung“ rechnet mit den 60 % Taktung des Rechners, „ohne Regelung“ mit durchlaufendem Gerät. Kaufmännisch gerundet; die Differenz ist die der gerundeten Beträge.
Wichtig zum Lesen: Das ist eine Modellrechnung mit unserer Annahme von 60 % Taktung, keine gemessene Ersparnis. Die letzte Spalte zeigt, um wie viel die geregelte Rechnung bei gleicher Einschaltdauer unter der durchlaufenden liegt: je nach Gerätegröße 40,49 bis 175,47 Euro über eine Heizperiode. Wie viel ein Thermostat in deinem Raum tatsächlich ausmacht, hängt an Dämmung, Nutzung und Einstellung – eine belastbare Zahl dafür gibt es nicht.
Belegt ist dagegen eine Orientierung für die Einstellung: Wird die Raumtemperatur im Winter um ein Grad gesenkt, spart das laut Umweltbundesamt etwa sechs Prozent Heizenergie. Wer statt eines Thermostats von Hand abschaltet, erreicht im Modell dasselbe – aber nur so zuverlässig, wie er daran denkt. Der Rechenweg dahinter steht unter Stromverbrauch.
Eine Zeitschaltuhr ist kein Thermostat
Die beiden werden oft verwechselt, weil beide in der Steckdose sitzen. Eine Zeitschaltuhr kennt nur die Uhrzeit: Sie schaltet um sieben ein und um neun aus, egal ob der Raum 16 oder 24 Grad hat. Ein Thermostat kennt nur die Temperatur: Es hält 21 Grad, auch nachts um drei. Gebraucht wird meistens beides, und viele Steckdosenthermostate können beides – dann heißt die Funktion Wochenprogramm oder Zeitprogramm. Wer nur eines wählen kann, nimmt das Thermostat: Eine Zeitschaltuhr ohne Temperaturfühler lässt die Heizung in ihrem Zeitfenster mit voller Leistung durchlaufen.
Kann man eine Infrarotheizung ohne Thermostat betreiben?
Technisch ja. Das Gerät nimmt keinen Schaden, es heizt einfach weiter. Für kurze Einsätze, bei denen jemand im Raum ist – zwanzig Minuten im Bad, eine Stunde in der Werkstatt –, ist das eine vertretbare Lösung. Als Dauerbetrieb ist es die teuerste Variante überhaupt, und die Oberfläche eines Paneels wird warm: Bei den 12 Geräten im Vergleich, die eine Temperatur belegen, liegt sie zwischen 90 und 125 °C. Ein Gerät, das unbeaufsichtigt läuft, sollte deshalb ohnehin eine Abschaltung haben.
Nachrüsten: worauf es ankommt
- Schaltleistung. Sie muss über der Leistung der Heizung liegen. Das stärkste Gerät im Vergleich zieht 1.300 Watt; handelsübliche Steckdosenthermostate für die Schuko-Steckdose schalten deutlich mehr. Bei zwei Paneelen an einem Thermostat zählt die Summe.
- Stecker oder Festanschluss. Ein Steckdosenthermostat setzt einen Stecker voraus. Fest angeschlossene Geräte brauchen ein Wandthermostat, und das gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
- Im Bad. Dort entscheidet nicht die Heizung allein, sondern auch, wo Steckdose und Thermostat sitzen dürfen. Die Schutzbereiche stehen unter Infrarotheizung im Bad.
- Hysterese. Gute Thermostate lassen die Schaltdifferenz einstellen. Ein enger Wert hält die Temperatur genauer, schaltet aber häufiger; ein weiter Wert schont die Kontakte und lässt den Raum zwischendurch merklich abkühlen. 0,5 Grad sind ein brauchbarer Startwert.
In Kürze
- 11 von 15 Geräten bringen eine Regelung mit, 3 ausdrücklich keine.
- Funk schlägt Steckdose, weil der Fühler dorthin darf, wo du sitzt – und nicht dort messen muss, wo zufällig die Steckdose ist.
- In unserer Modellrechnung mit 60 % Taktung liegt eine geregelte Heizperiode 40,49 bis 175,47 Euro unter einer durchlaufenden – gemessen ist das nicht. Belegt ist: ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Heizenergie.
- Eine Zeitschaltuhr ersetzt kein Thermostat – sie kennt die Uhrzeit, nicht die Temperatur.
Häufige Fragen
Braucht eine Infrarotheizung ein Thermostat?
Praktisch ja. Ein Infrarotpaneel misst die Raumtemperatur nicht und heizt weiter, solange Strom anliegt. Ohne Regelung entfällt die Taktung, mit der jede Verbrauchsrechnung arbeitet. In unserer Modellrechnung mit 60 % Taktung liegt der Verbrauch ohne Regelung bei gleicher Einschaltdauer um rund 67 Prozent höher – bei 1.000 Watt 337,44 statt 202,46 Euro je Heizperiode, wie in der Tabelle oben. Nur für kurze Einsätze unter Aufsicht kommt man ohne aus.
Welches Thermostat passt zu einer Infrarotheizung?
Jedes, dessen Schaltleistung über der Leistung der Heizung liegt. Entscheidend ist nicht die Bauart, sondern der Messort: Ein Steckdosenthermostat misst dort, wo die Steckdose ist, ein Funkthermostat dort, wo du den Fühler hinstellst. Bei fest angeschlossenen Geräten übernimmt ein Wandthermostat, angeschlossen von einer Elektrofachkraft.
Funkthermostat oder Steckdosenthermostat – was ist besser?
Das Funkthermostat, weil Fühler und Schalter getrennt sind. Der Fühler darf auf Sitzhöhe an eine Innenwand, während der Empfänger an der Heizung bleibt. Ein Steckdosenthermostat misst zwangsläufig an der Steckdose – knapp über dem Boden, oft hinter Möbeln und manchmal in der aufsteigenden warmen Luft des Paneels. Dafür ist es günstiger und braucht keine Einrichtung.
Kann man eine Infrarotheizung ohne Thermostat betreiben?
Ja, das Gerät nimmt keinen Schaden. Es heizt dann aber durch, bis jemand abschaltet, und das ist der teuerste Betriebsfall. Vertretbar ist es bei kurzen Einsätzen mit jemandem im Raum, etwa zwanzig Minuten im Bad. Als Dauerlösung nicht.
Wie stellt man das Thermostat einer Infrarotheizung ein?
Die Zieltemperatur auf den Wert stellen, den der Raum haben soll – höher einzustellen macht es nicht schneller warm, sondern nur teurer, weil das Paneel immer mit voller Leistung heizt. Danach den Fühler richtig platzieren: auf Sitzhöhe, an einer Innenwand, nicht in der Sonne und nicht über der Heizung. Wo einstellbar, ist eine Schaltdifferenz von etwa 0,5 Grad ein guter Startwert.
Lässt sich eine Infrarotheizung ins Smart Home einbinden?
Ja, auf zwei Wegen. Ein Gerät im Vergleich bringt die WLAN-Steuerung selbst mit. Bei allen anderen mit Stecker übernimmt das eine smarte Thermostatsteckdose, die dann auch das Zeitprogramm liefert. Am Verbrauch je Kilowattstunde ändert das nichts – der Gewinn liegt darin, dass nur geheizt wird, wenn jemand da ist.
Reicht eine Fernbedienung statt eines Thermostats?
Nein. Eine Fernbedienung erspart den Weg zum Gerät, misst aber nichts: Sie schaltet ein und aus wie ein Mensch am Stecker. Die Temperatur hält nur eine Regelung mit Fühler. Beides schließt sich nicht aus – viele Sets bringen Thermostat und Fernbedienung zusammen.
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