Infrarotheizung: Stromverbrauch und Kosten nachgerechnet

Veröffentlicht 16. September 2026 · zuletzt geprüft 1. Oktober 2026

Die Leistungsangabe auf dem Gerät ist keine Verbrauchsangabe. Mit Thermostat läuft eine Infrarotheizung nicht durch, sie schaltet ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Genau dieser Anteil entscheidet über die Stromrechnung – und wird beim Vergleichen fast immer vergessen.

„Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung?“ lässt sich nicht mit der Wattzahl beantworten. Ein geregeltes 1.000-Watt-Paneel zieht 1.000 Watt nur in den Minuten, in denen es tatsächlich heizt; den Rest der Zeit hat das Thermostat es abgeschaltet. Wie groß dieser Anteil ist, bestimmt die Kosten – und nicht das Typenschild.

Die Taktung ist die eigentliche Zahl

Ein Thermostat hält die Raumtemperatur, indem es die Heizung ein- und ausschaltet. Über den Tag gemittelt läuft sie deshalb nur einen Teil der Zeit. Unser Rechner setzt dafür 60 Prozent an – einen Mittelwert für einen Raum, dessen Heizleistung ungefähr passt.

Verbrauch = Leistung ÷ 1.000 × Betriebsstunden × 0,6
Beispiel: 1.000 Watt, 5 Stunden am Tag → 1 × 5 × 0,6 = 3 kWh am Tag.

Der Wert verschiebt sich mit der Wirklichkeit: In einem gut gedämmten Raum mit reichlich dimensionierter Heizung liegt er niedriger, in einem zugigen Altbau bei knapper Auslegung höher. Ist die Heizung deutlich zu schwach, geht er gegen 100 Prozent – dann läuft sie durch, ohne die Zieltemperatur je zu erreichen. Welche Leistung dein Raum braucht, steht unter Watt pro Quadratmeter.

Was das je Gerät kostet

Eine Modellrechnung mit unserer Annahme von 60 % Taktung, dazu 5 Betriebsstunden am Tag, 37 ct/kWh (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026) und ein Monat zu 30,4 Tagen:

LeistungkWh je Tag€ je Tag€ je Monat€ je Heizperiode
300 W0,90 kWh0,33 €10,12 €60,74 €
380 W1,14 kWh0,42 €12,82 €76,94 €
540 W1,62 kWh0,60 €18,22 €109,33 €
600 W1,80 kWh0,67 €20,25 €121,48 €
640 W1,92 kWh0,71 €21,60 €129,58 €
700 W2,10 kWh0,78 €23,62 €141,72 €
800 W2,40 kWh0,89 €27,00 €161,97 €
900 W2,70 kWh1,00 €30,37 €182,22 €
1.000 W3,00 kWh1,11 €33,74 €202,46 €
1.100 W3,30 kWh1,22 €37,12 €222,71 €
1.200 W3,60 kWh1,33 €40,49 €242,96 €
1.300 W3,90 kWh1,44 €43,87 €263,20 €

Modellrechnung mit unserer Annahme von 60 % Taktung, keine Messung: 5 Stunden am Tag, 37 ct/kWh (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026), Monat zu 30,4 Tagen, Heizperiode 6 Monate, jede Zeile mit derselben Laufzeit. Kaufmännisch gerundet, jeweils aus dem ungerundeten Wert. Die Wattstufen sind die der Geräte in unserem Vergleich.

Die Spalte „Heizperiode“ rechnet sechs Monate zu 30,4 Tagen. Wer nur an kalten Abenden zuheizt, landet bei einem Bruchteil davon – wer den Raum damit allein beheizt, eher darüber, weil dann mehr als fünf Stunden zusammenkommen.

Wichtig beim Lesen: Jede Zeile rechnet mit derselben Laufzeit und derselben Taktung. Sie zeigt also ein Gerät in einem Raum, für den seine Leistung passt – ein stärkeres Gerät steht dann in einem größeren Raum. Im selben Raum taktet ein stärkeres Gerät dagegen kürzer, weil es die Zieltemperatur schneller erreicht: Der Verbrauch richtet sich nach dem Wärmeverlust des Raums, nicht nach der Wattzahl (mehr dazu unter Watt pro Quadratmeter).

Welche Geräte im Vergleich hinter einzelnen Zeilen stehen: 300 W – Heidenfeld HF-HP100-3 300 W; 600 W – STEINFELD Bildheizung 600 W; 1.000 W – Koenighaus P-Serie 1000 W; 1.200 W – Koenighaus P-Serie 1200 W; 1.300 W – Klarstein HeatPal Marble 1300 W.

Der ehrliche Vergleich mit anderen Elektroheizungen

Hier lohnt eine klare Ansage, weil im Netz viel Unsinn steht: Jede Elektroheizung setzt praktisch 100 Prozent des Stroms in Wärme um. Infrarotpaneel, Heizlüfter, Ölradiator, Konvektor – aus einer Kilowattstunde Strom wird bei allen eine Kilowattstunde Wärme. Ein Infrarotpaneel verbraucht bei gleicher Leistung und gleicher Laufzeit also nicht weniger Strom als ein Heizlüfter.

Der Unterschied liegt woanders, und er ist trotzdem real:

  • Strahlungswärme statt Luftwärme. Infrarot erwärmt Oberflächen und Personen direkt. Viele empfinden das bei gleicher Lufttemperatur als wärmer – und wer die Lufttemperatur um ein Grad senken kann, spart laut Umweltbundesamt etwa sechs Prozent Heizenergie.
  • Kein Luftzug, kein Staub. Ein Konvektor oder Heizlüfter wälzt Luft um; das Paneel nicht.
  • Gezielt statt flächig. Ein Paneel im Homeoffice, das nur läuft, wenn dort jemand sitzt, ersetzt das Aufheizen der ganzen Wohnung.

Wo Infrarot nicht mithalten kann: gegen eine Wärmepumpe. Die macht laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme – das ist eine andere Größenordnung, nicht ein paar Prozent. Und gegen Gas spricht der Preis je Kilowattstunde: Laut Statistischem Bundesamt kostete Strom im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 Cent, Erdgas 11,58 Cent – gut das Dreifache. Infrarot spielt seine Stärke dort aus, wo keine Zentralheizung liegt oder nur selten geheizt wird.

Womit sich der Verbrauch wirklich senken lässt

  • Thermostat mit Zeitsteuerung. Der größte Hebel überhaupt: Ein Raum, der nachts nicht geheizt wird, kostet nichts. Ein Gerät ohne Zeitsteuerung läuft im Zweifel durch.
  • Richtig auslegen. Zu schwach heißt Dauerbetrieb, und Dauerbetrieb ist der teuerste Zustand.
  • Freie Strahlrichtung. Ein Paneel hinter dem Sofa heizt das Sofa. Was verdeckt ist, trägt nichts zur Wärme bei, verbraucht aber mit.
  • Nicht auf Zugluft stellen. Neben einer undichten Tür oder einem alten Fenster arbeitet jede Heizung gegen den Nachschub von außen.

In Kürze

  • Verbrauch = kW × Stunden × 0,6; die Taktung ist die Zahl, die zählt, nicht die Wattangabe.
  • 1.000 Watt, 5 Stunden am Tag ergeben 3 kWh, also rund 1,11 € bei 37 ct/kWh (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026).
  • Gegenüber Heizlüfter, Ölradiator und Konvektor verbraucht Infrarot bei gleicher Leistung gleich viel – der Vorteil liegt im Wärmeempfinden, nicht im Zähler.
  • Gegen eine Wärmepumpe verliert Infrarot deutlich; sein Platz ist der Raum ohne Zentralheizung oder mit seltenem Bedarf.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung?

Nicht so viel, wie die Wattzahl vermuten lässt, denn ein geregeltes Gerät taktet. Rechne mit Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden mal 0,6. Ein 1.000-Watt-Paneel, das fünf Stunden am Tag läuft, kommt damit auf 3 Kilowattstunden – bei 37 Cent je Kilowattstunde (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026) rund 1,11 Euro am Tag.

Was kostet eine Infrarotheizung im Monat?

In unserer Modellrechnung mit 60 % Taktung, fünf Stunden täglich, 37 ct/kWh und einem Monat zu 30,4 Tagen kostet ein 1.000-Watt-Gerät rund 33,74 Euro im Monat, ein 600-Watt-Paneel etwa 20,25 Euro und ein 1.300-Watt-Gerät rund 43,87 Euro. Dabei ist für jede Größe dieselbe Laufzeit angenommen – also jedes Gerät in einem Raum, für den es ausgelegt ist. Im selben Raum taktet ein stärkeres Gerät kürzer, denn der Verbrauch richtet sich nach dem Wärmeverlust des Raums, nicht nach der Wattzahl. Wer nur abends zuheizt, zahlt entsprechend weniger.

Verbraucht eine Infrarotheizung weniger Strom als ein Heizlüfter?

Nein. Jede Elektroheizung wandelt praktisch den gesamten Strom in Wärme um – aus einer Kilowattstunde Strom wird bei Infrarotpaneel, Heizlüfter, Ölradiator und Konvektor gleichermaßen eine Kilowattstunde Wärme. Bei gleicher Leistung und gleicher Laufzeit ist der Verbrauch identisch. Der Unterschied liegt im Wärmeempfinden: Strahlungswärme wirkt bei gleicher Lufttemperatur oft wärmer, und ein Grad weniger Raumtemperatur spart laut Umweltbundesamt etwa sechs Prozent Heizenergie.

Ist eine Infrarotheizung günstiger als eine Wärmepumpe?

In der Anschaffung ja, im Betrieb deutlich nicht. Eine Wärmepumpe macht laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme, ein Infrarotpaneel genau eine. Als alleinige Heizung eines ganzen Hauses ist Infrarot deshalb die teure Lösung. Sinnvoll ist es dort, wo keine Zentralheizung liegt oder nur selten geheizt wird.

Was bedeutet die Taktung bei einer Infrarotheizung?

Das Thermostat schaltet die Heizung ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, und wieder ein, wenn der Raum auskühlt. Über den Tag gemittelt läuft das Gerät deshalb nur einen Teil der Betriebszeit unter Volllast. Unser Rechner setzt 60 Prozent an. In einem gut gedämmten Raum mit ausreichend dimensionierter Heizung liegt der Wert niedriger, bei knapper Auslegung höher.

Wie senke ich den Verbrauch einer Infrarotheizung?

Der größte Hebel ist ein Thermostat mit Zeitsteuerung – ein Raum, der nachts nicht geheizt wird, kostet nichts. Danach kommt die richtige Auslegung: Ein zu schwaches Gerät läuft dauerhaft und ist damit der teuerste Fall. Außerdem sollte die Strahlrichtung frei sein; was hinter Möbeln verdeckt ist, verbraucht mit, ohne zu wärmen.